Mein Faust


Von Kyra Schnadt, Praktikantin bei Barbarella Entertainment. Die Agentur organisiert den Deutschen Theaterpreis DER FAUST seit 2006 mit.

 

Der Text ist in der aktuellen Ausgabe der jungen bühne erschienen.


Während meines Praxissemesters bei Barbarella Entertainment bin ich unter anderem dem Projekt DER FAUST 2008 zugeteilt worden. Im September bin ich zu den Vorbereitungen für den deutschen Theaterpreis dazu gestoßen. Mitte September wurden dann die Einladungen verschickt. Nach der Versendung habe ich direkt mit der Bearbeitung der Rückmeldungen angefangen. In dem Einladungsverteiler habe ich die Zusagen und Absagen entsprechend markiert, sodass ich am Ende daraus die offizielle Gästeliste erstellen konnte.

 

Im November wurden dann die letzten Vorbereitungen getroffen. Dadurch, dass der Bundespräsident Horst Köhler mit Gattin, Ministerpräsident Günther Oettinger und auch der Berliner Bürgemeister Klaus Wowereit an der Veranstaltung teil nahmen, galt eine hohe Sicherheitsstufe. Damit alle Mitwirkenden überall uneingeschränkten Zutritt hatten, wurden für die Veranstaltung Backstagepässe erstellt. Um diese anzufertigen sind sämtliche Listen der verschiedenen Dienstleister über meinen Schreibtisch gewandert, so es am Veranstaltungstag nicht zu Missverständnissen kam. Damit auch alle Materialien in Stuttgart vorhanden waren, sind alle Programmhefte, Sitzpläne, Pressemappen und was sonst noch im Produktionsbüro nicht fehlen durfte, mit einem Kurier ein paar Tage vor der Veranstaltung ins Opernhaus des Staatstheaters Stuttgart gebracht worden.

 

Am Tag der Veranstaltung war sowohl das Barbarella Team aus Köln als auch das Barbarella Team aus Berlin vor Ort. Wir sind am Samstag morgen zusammen mit dem Zug von Köln aus nach Stuttgart gefahren und dann gegen 10 Uhr in Stuttgart angekommen. Nachdem wir noch Blumensträuße für die Preisträger und Laudatoren besorgt hatten, hat uns der Fahrservice direkt am Bahnhof abgeholt und uns zum Staatstheater chauffiert. Am Theater angekommen gingen wir auf direktem Wege ins Produktionsbüro, wo uns die Projektleitung schon erwartete. Um ein wenig wach zu werden vom frühen Aufstehen und der langen Fahrt, bekamen wir eine kurze Führung durchs Haus. Unser Produktionsbüro befand sich in einer der Logen, sodass wir als erstes einen Blick vom „Balkon“ in den Saal geworfen haben. Irgendwie sah das ganze zu diesem Zeitpunkt noch nicht so glamourös aus. Immerhin sollte dort in ein paar Stunden die Preisverleihung stattfinden. Nach einem kurzen Blick in den Saal sind wir dann über die „Prinzentreppe“ in die anderen Bereiche der Oper gelangt. Es musste ja auch alles schnell gehen. Bei der Führung durchs Haus, hinter die Kulissen über die Bühne und durch tausend Gänge kamen wir dann auf einmal im „Schauspielhaus“ an. Ich wusste ja, dass die Verleihung in der Oper stattfand und die Aftershowparty im Schauspiel, doch hätte man mich unmittelbar nach der Führung gefragt, wie ich vom Produktionsbüro ins Schauspiel kommen würde, wäre ich maßlos überfordert gewesen, zumal wir einen ganz anderen Weg zurück als hin genommen hatten. Aber im Nachhinein war alles ganz einfach man musste sich nur die Prinzentreppe merken.

 

Nachdem wir dann alle eingewiesen waren, hat jeder noch eine Funke an die Hand bekommen, damit wir alle jederzeit untereinander kommunizieren konnten. Im Laufe des Tages fanden dann die Ablaufproben statt. Währenddessen habe ich die Gästelisten für die Hostessen vorbereitet und noch kurzfristige Änderungen weiter gegeben, damit gegebenenfalls die Platzierung noch verändert werden konnte. Außerdem mussten die Platzkarten noch sortiert werden. Die ersten Reihen sind reserviert gewesen für Nominierte und Laudatoren, die vor Beginn der Veranstaltung noch zu einem Vorempfang der Stadt Stuttgart geladen waren. Deshalb wurden die reservierten Platzkarten den jeweiligen Namen zugeordnet und getrennt rausgegeben.

 

Eigentlich hat jeder die Arbeiten gemacht, die so gerade anfielen, wie zum Beispiel: Blumen ins Wasser stellen, dem Fahrservice die x-te Änderung durchgeben, die Pressemappen bestücken und die Programmhefte auslegen. Und irgendwie ist die Zeit dann doch schneller vergangen als erwartet. Ich hatte genau 10 Minuten Zeit mich umzuziehen, denn um 18.30 Uhr mussten die Hostessen eingewiesen werden. Ich habe die Gästelisten an die Hostessen weitergegeben und um 19.00 Uhr trudelten dann auch die ersten Gäste ein.

 

Der Einlass lief reibungslos ab. Jeder Gast hat sich mit seinem Nachnamen angemeldet. Der einzige Aufreger war, dass die Theaterstudenten sich bei mir melden mussten, da sie nicht auf der Gästeliste standen. Ich hatte das zwar bei den Vorbereitungen mit den jeweiligen Dozenten abgesprochen, dass sich ihre Studenten gesondert anmelden müssen, war mir trotzdem nicht ganz sicher, ob das alles so klappen würde. Allerdings konnte mich meine Kollegin Eva etwas beruhigen, weil sie meinte, die Theaterstudenten würde ich schon erkennen, die Mädels hätten immer knall rot geschminkte Lippen. Und so war es auch. Eine lustige Truppe junger Menschen steuerte auf mich zu und die roten Münder der Mädels grinsten mich nett an.

 

Zu Beginn der Verleihung konnte ich dann zum erstenmal durchatmen. Alle schienen an ihrem Platz zu sein, und wir konnten von unserem Balkon die ganze Verleihung mitverfolgen. Wohlgemerkt immer noch mit Knopf im Ohr, sodass man für den Fall der Fälle sofort reagieren konnte.

 

Nach der Verleihung pilgerten alle Preisträger, Nominierten, Laudatoren und alle anderen Gäste rüber ins Schauspiel zur Aftershowparty. Gut das ich ja durch die tolle Führung am Morgen die Abkürzung durch die Katakomben kannte. Es gab ein Büffet und auch die Kellner liefen immer mit vollen Tabletts um einen herum, sodass man sich bestens versorgt fühlte. Aus meinen Augen ist es eine rundum geglückte Veranstaltung gewesen; am schönsten war es doch am Ende so gegen halb drei Uhr Morgens mit allen Barbarellas auf der Tanzfläche zu stehen, um diesen schönen Abend zu feiern.
 

Weitere Infos zum Deutschen Theaterpreis DER FAUST findet ihr ►hier.