Die Leiden des jungen Werther, Volkstheater münchen

 

26.1.2013

 


Von Detlev Baur

Das Münchner Volkstheater war früher (als ich noch studiert habe) ein Theater eher für ältere bayerische Herrschaften. Seitdem Christian Stückl Intendant ist (bekannt vor allem durch seine Neuerfindung der Oberammergauer Passionsfestspiele), hat sich das Theater sehr verjüngt. Auf der Bühne und im Publikum. Nun hat Jan Gehler (der Regisseur der Uraufführung von „Tschick“ in Dresden) „Die Leiden des jungen Werther“ nach Goethes Briefroman inszeniert.

 

Wert(er)voll?

Eine hohe Treppe verläuft quer über die ansonsten leere Bühne im Volkstheater. Aus dem Bühnenhimmel von ganz oben kommt Lotte (Mara Widmann) auf die Bühne zu Werther (Pascal Riedel) herunter – und hier entschwindet sie dann wieder, bevor er mit Alberts Pistole die Bühne an der Seite verlassen wird. Für immer. Jedenfalls bis zum Applaus. Pascal Riedel spielt seine Verzweiflung und seine unbändige Liebe sehr überzeugend. Besonders schön ist es, wenn er abreist – und sich ins Publikum setzt. Nun leitet er das Bühnengeschehen kommentierend. Behauptet, das sei alles schön und gut. Und ist doch total am Ende.


Doch erreicht die Inszenierung nur selten eine so überzeugende Dichte. Am Anfang fragt man sich schon, warum eigentlich die fünf Darsteller dem Publikum nun von Werthers und Lottes und Alberts Geschichte erzählen wollen. Als bei der Premiere dann ein Zuschauertelefon klingelt hilft das Werther und Wilhelm (Justin Mühlenhardt) das interessante Mädchen („mit dem Telefon“) konkreter werden zu lassen. Denn ansonsten blieb dieser „Werther“ doch eine kunstvoll arrangierte Bühnenversion eines Leseklassikers: geschickt ausgewählte Musik, Bierdosen und Windmaschine zum Herumwirbeln von Blättern und Schneeflocken inklusive. Theater, das betrifft und mitreißt, als ob die Theatermacher es unbedingt für sich und die Zuschauer machen und zeigen wollten, ist das leider nicht. Der alte Stoff mit dem jugendlichen Dauerthema ist modern vermittelt. Aber das Herzblut, die Raserei, die Liebe bleiben dosiert. Kaum Sturm und ein wenig Drang.


Detlev Baur ist Redakteur der jungen bühne und der Deutschen Bühne. Während seines (langjährigen Studiums in München) sah er im Münchner Volkstheater viel gutes und manches eher müde Theater. Eines seiner wichtigsten Theatererlebnisse dort war das Gastspiel einer französisch-polnischen Compagnie: „Heute ist mein Geburtstag“ von Tadeusz Kantor. Ein pathetisches und lustiges Stück über Krieg, Geburtstag und das Sterben. Mit dem Regisseur, der auch die Hauptperson des Stücks war, auf der Bühne, als mitspielender Regisseur. Da er wenig vorher verstorben war, wurde er in München durch einen Schauspieler vertreten. Theater über Theater über Leben.

 

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29.12.2012, Die Glasmenagerie, Schauspiel Köln

 

Der Regisseur des Stücks, Sebastian Kreyer, studiert Theaterwissenschaften, Philosophie und Soziologie in Leipzig und Berlin, arbeitet als Dozent für kulturelle Bildung an der Volkhochschule Friedrichshain-Kreuzberg und als Mitarbeiter im Theaterverlag Hofmann-Paul (Berlin). In der Spielzeit 2012/13 ist er erstmals als Regisseur am Schauspiel Köln tätig, wo er zuvor als Regieassistent bereits mit Karin Beier, Herbert Fritsch und Karin Henkel zusammenarbeitete. Mit der Inszenierung von Tennesse Williams " Die Glasmenagerie" (Premiere am 2.12.2012) feierte Kreyer sein Regiedebüt.

 
Von Bettina Weber


Schrill ist die Hoffnung


Tom Wingfield erinnert sich. „In the Navy“ tönt es bei den Gedanken an sein altes Familienleben aus den Lautsprechern, dazu glitzert die große Discokugel an der Decke. Er ist nicht nur Figur, sondern gleichsam Erzähler der Geschichte. Den Ort des Geschehens hat Bühnenbildner Thomas Dreissigacker aus der Dreißigerjahre-Stadtwohnung in einen mehr oder weniger heutigen Trailerpark überführt. Dass einen hier weniger das blühende, sondern vielmehr das verblühte Leben erwartet, ist unschwer zu erraten. Zwar ist in Toms Erinnerung alles mit Musik verbunden, doch eigentlich schön ist sie nicht, diese Retrospektive. Auch wenn er es gern so hätte. „Das ist meine Erinnerung!“ empört er sich gegen seine Mutter.


Amanda hat den amerikanischen Traum längst ausgeträumt. Bloß die Nachbarn erinnern noch an die restliche Gesellschaft, zu der sie hin und wieder herüberwinkt: „Oh, the neighbours. Yes, yes, nice weather. No, no husband.“ Denn der Vater hat reißaus genommen, bloß eine Karte hat er hinterlassen für Amanda, ihren Sohn Tom und seine Schwester Laura. Seither hängt Amanda ihrem früheren Leben nach, in dem sie jugendlich schön war und begehrt, vor allem aber nicht arm, und steckt sämtliche Energien in die Suche nach einem Verehrer für die schüchterne Tochter Laura, die sich, von Selbstzweifeln zerfressen, am liebsten mit ihrer Sammlung kleiner Glasfiguren beschäftigt und sich weitgehend in ihre eigene Welt zurückgezogen hat. Tom, maßlos überfordert von der ihm aufgezwungenen Vaterrolle, schlägt sich in der Stadt die Nächte um die Ohren, schuftet tagsüber als Lagerarbeiter und träumt derweil von einem anderen Leben in der großen, weiten Welt. Schnell wird klar: Schön ist es nicht, hier im Trailerpark, und glücklich ist auch niemand. Und so klebt die gesamtschrille Hoffnung an Toms Arbeitskollegen Jim O'Connor, den er eines Abends zum Essen mitbringt. Der Verlauf des Abends gestaltet sich als vorprogrammierte Katastrophe, am Ende hat die nervöse Mutter den verehrten Jim vergeblich angegrabscht, der vergebene Jim die verschüchterte Laura geküsst, obwohl er bald heiraten muss, und Tom, na immerhin, hat endlich seine Koffer gepackt, um zu gehen.


Vor allem die harten Emotionswechsel sind es, die Sebastian Kreyer, der mit der Glasmenagerie sein Regiedebüt feiert, in den Figuren anlegt und bei den Zuschauern provoziert. Ein mit sachter Ausgelassenheit beginnender Tanz artet aus, bis Laura ihre Glasfiguren an die Wand des Caravans schmeißt. Jede aufkeimende Nachdenklichkeit wird möglichst schnell von lautem Disco-Trash durchbrochen. Und so hört man das Publikum trotz bleischwerer Tragik immer wieder amüsiert auflachen. Vor allem Marie Rosa Tietjen in der traurig-seltsamen Rolle der Laura und Anja Laïs als nervös-stotternde und gleichzeitig dominante Mutter Amanda gelingt es, den Zuschauer von der eben noch erzeugten Betroffenheit abzuholen und zum galgenhumorigen Schmunzeln zu bewegen. Daneben geraten Orlando Klaus als Tom und Carlo Ljubek als Jim trotz ihres starken Spiels zwangsläufig hin und wieder etwas ins Hintertreffen. Letztlich sind es nicht die beiden Männer, die als die eigentlichen Verlierer aus der Geschichte gehen.


Auch wenn mit den Wechseln zwischen den Village People und der Mondscheinsonate hin und wieder das inszenatorische Gaspedal etwas zu weit durchgedrückt wird, zeugen die scharfen Brüche doch von logischer Konsequenz: Einen Abend voller Hoffnung auf den rettenden Verehrer muss Kreyer bis ins Skurrile ausarten lassen, um deutlich zu machen, wie tief der Abgrund ist, vor dem die Familie steht. Denn, so rührselig mitunter der rückblickende Gedanke an die schönen Momente, so brutal die Wahrheit: Aus dem Zusammenleben ist eine Farce geworden, aus der Familie eine Menagerie zerbrechlicher Glasfiguren.

 

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Verloren in Zwischenwelten

 

Ludwigshafen, 05.12.2012

 

Junges Spiel Theater (JUST) am Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen spielt „Hoffmann2012.com“. Eine Irreality-Show ab 12 Jahren von András Almási-Tóth nach E.T.A. Hoffmanns Erzählungen

 

Auf „Hoffmann2012.com“ blitzt und blinkt die Welt in sterilem Weiß. Es ist eine schrille, aufregende Welt, die jungen Menschen Spannung, Spaß und Liebesabenteuer verspricht. Niemand hat Pickel, keiner schwitzt, alles glänzt. „Hoffmann2012.com“ ist eine Homepage und ein Online-Spiel, bei dem sich Jugendliche ein fiktives Ich, einen Avatar, zulegen und zum Leben erwecken. Fortan bewegen sie sich im virtuellen Raum. Begegnen, tanzen, feiern und verlieben sich – im Ungewissen, wer hinter den Figuren steckt.

 

Das Junge Spiel Theater bringt damit ein Thema auf die Bühne, dem Jugendliche und genauso Erwachsene in Alltag und Freizeit begegnen. Das Internet überbrückt als virtuelle Welt Distanzen und bietet einen Raum, zu kommunizieren und sich zu vergnügen. Mehr noch, Soziale Netzwerke und Online-Spiele ermöglichen es jedem, sich neu zu erfinden, sein eigenes Leben bunt und spannend zu inszenieren. Dabei scheint es bereits im realen Leben zuweilen schwer genug, sich selbst zu kennen und zurechtzufinden. Wer bin ich, was will ich, zu wem gehöre ich – Fragen wie diese beschäftigen Friedrich, Veronika, ihre Freunde und Klassenkameraden. Veronika glaubt, Friedrich zu lieben. Friedrich jedoch flüchtet sich in virtuelle, wilde Abenteuer. Seine Sehnsucht nach großen Gefühlen sucht und findet er auf „Hoffmann2012.com“. Vielmehr meint er sie zu finden. Denn die Frau, die er begehrt, wird schon bald von weiteren, vermeintlich großen Lieben abgelöst. Friedrich verliert sich schließlich selbst in einem Strudel von Emotionen. Eindrucksvoll umgesetzt mit durchsichtigen Vorhängen auf der Bühne, durch die er sich hilflos und orientierungslos hindurchtastet.

 

Und nicht nur er, auch die anderen Jugendlichen verlieren sich bald in der verführerischen, mächtigen Zauberwelt. Verstricken sich in ihren Geheimnissen und Rollen, die sie sich zugelegt haben. Realität und Fiktion, Schein und Wirklichkeit verschwimmen. Zentrale Motive aus Hoffmanns Erzählungen, die das Stück teils humorvoll, teils bedrückend in die Lebenswelt der Jugendlichen transportiert.

 

Einfallsreich konzipiert und überzeugend gespielt sind Hoffmanns Frauengestalten, die als groteske Avatare durch das Spiel geistern. So Olympias „Ach, Ach“-Rufe, mit denen sie ihren mechanisch-ratternden Auftritt begleitet. An dessen Ende rollt ihr Kopf kraftlos nach unten. Die zwei dunkelblauen Augen, in deren Tiefen sich Friedrich verloren sieht, hüpfen und kullern wie Flummis ins Publikum.

 

Viel Schwung und Rhythmus bringen die Tanzperformances und die Musik von Jan F. Kurth auf die Bühne. Versatzstücke von Arien und Melodien der Offenbach-Oper verfremdet und verbindet der Komponist mit modernen Klängen aus Pop, Elektro und Dance. So ergibt „Hoffmann2012.com“ eine an Ideen und Tempo reiche Inszenierung, die Sinne mit Reizen überflutend, zuweilen schrill und grotesk übertrieben, zuweilen still und ernst. Das Stück verzichtet darauf, zu belehren. Dennoch: Die Wirklichkeit, die Menschen aus Fleisch und Blut erscheinen im Gegensatz zu den fiktiven, perfekt programmierten und animierten 3 D-Figuren beruhigend fehlerhaft-menschlich. So bemerkt Liz fassungslos, dass sie ihren Neugeborenen-Avatar, entwickelt und designt aus den Genen der Eltern, zwar über das I-Pad mit täuschend echtem Babygeschrei hören, aber nicht in den Arm nehmen und trösten kann.

 

Vanessa Renner

 

Weitere Termine im Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
17. Januar 2013, 11 Uhr
18. Januar 2013, 19.30 Uhr

 

www.hoffmann2012.com

 

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Jesus reloaded

 

Bad Godesberg, 14.12.2012

 

Die Kammerspiele Bonn zeigen "Hilfe, die Herdmanns kommen". Für Kinder und Jugendliche von 7-15 Jahren

 

„Die Herdmanns waren die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie logen und klauten, rauchten Zigarren, sogar die Mädchen, erzählten schmutzige Witze und fluchten auf ihre Lehrer. Es gab sechs von ihnen und sie gingen durch die Schule wie dieser südamerikanische Raubfisch, der nichts von dir übrig lässt als ein paar abgenagte Knochen. Genauso gingen sie durch die Stadt: Sie klauten, machten alles kaputt und verprügelten kleine Kinder. Es war nicht einfach, ihnen aus dem Weg zu gehen. Eigentlich gab es nur einen Ort, wo man vor ihnen sicher war.“

 

„Jesus reloaded“ könnte man nennen, was auf der Bühne der Bonner Kammerspiele passiert. Statt dem Engel Gabriel steht Batman auf der Bühne, Maria ist eine Rüpelgöre in Overknees und nicht dreikönigliche Myrrhe wir dem Baby-Heiland zu Füßen gelegt sondern ein gigantischer Schinken. Schuld an diesem weihnachtlichen Chaos sind die Herdmanns, eine Angst und Schrecken verbreitende, sechsköpfige Geschwisterbande, die sich prügelnd, klauend und fluchend durch ihren Stadtteil kämpft. Nun ist die Bande aufgrund eines Süßigkeiten-Missverständnisses und zum Leidwesen ihrer bibelfesten Altersgenossen Hauptbestandteil des alljährlichen Krippenspiels.

 

Die Bühnenadaption des amerikanischen Kinderbuchklassikers „Hilfe, die Herdmanns kommen“, in Bonn gerade wiederaufgenommen, von Marita Ragonese in einer Übersetzung von Nele und Paul Maar inszeniert und von Kindern und Jugendlichen aus Bonner Heimen sowie deren Betreuern gespielt, wirft einen humorvollen Blick auf den Umgang mit der Weihnachtsgeschichte, indem sie nicht nur (festgefahrene) religiöse Bilder hinterfragt und auf den Kopf stellt, sondern auch die biedere Moral der bürgerlichen Gesellschaft ironisiert.

 

Besonders das Bühnenbild (Carla Friedrich) und die Kostüme (Anna Behrend) spiegeln die spießige Atmosphäre: Pastellfarbene Twinsets paaren sich mit ebenso pastelligen Möbeln der 50er Jahre. Im krassen Gegensatz dazu hausen die Herdmanns in einem ausrangierten Bus, dessen einzigen Gemütlichkeitsfaktor ein zerschlissenes Sofa bildet. Da wundert es auch nicht, wenn die Herdmanns-Kinder als Babys in Schubladen gelegt wurden, weil kein Bettchen vorhanden war. Ähnelt das nicht ein bisschen der Krippensituation in Bethlehems Stall?

 

Dass am Ende natürlich alles wunderbar ist und die anfänglich entsetzten Kirchgänger sich gar nicht genug wundern können, über das zwar herdmannsche, aber doch beeindruckende Schauspiel, das sich ihnen da bot, mag vorhersehbar sein. Der Spaß, den man als Zuschauer am Spiel der Kinder hat, lässt einen jedoch vergnügt in die Weihnachtszeit starten.

 

Elisa Giesecke

 

Weitere Vorstellungen am 18., 19. und 20. Dezember, jeweils 18 Uhr, Kammerspiele.


www.theater-bonn.de

 

Auch "Die Deutsche Bühne" hat eine "Herdmann"-Kritik online veröffentlicht und berichtet von der Inszenierung am Staatsschauspiel Hannover.

 

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Die Einsamkeit des Dirk Nowitzki

 

Berlin, 03.12.2012

 

„Eine kleine Einführung in die Onanistik“ im Theaterdiscounter Berlin

 

Dieser Titel garantiert Aufmerksamkeit: „Eine kleine Einführung in die Onanistik“ nannte das Theaterkollektiv Shane Drinion seine Performance, die an drei Abenden im Theaterdiscounter Berlin zu sehen war. Die Überschrift führt jedoch ziemlich in die Irre: Denn in den 90 Minuten geht es kaum um Sex, auch bleiben die beiden jungen Künstler fast vollständig bekleidet. Auch um einen wissenschaftlichen Vortrag handelt es sich nicht im entferntesten. Der einzige Verbindungspunkt zwischen dem Abend und der Geschichte des Onan, der seinen Samen auf den Boden fallen ließ, statt nach Gottes Wunsch ein Kind damit zu zeugen, ist das Thema der „existenziellen Auf-Sich-Zurückgeworfenheit“.

 

Diese Floskel bemüht Sebastian Lang, der sich zu Beginn als Regisseur ausgibt, mit einer Penetranz, die auf eine selbstironische Bespiegelung von theatralem Pathos-Gehabe hoffen lässt. Im Folgenden können die beiden Künstler, die bei Luk Perceval studierten und ihr Kollektiv nach einer Buchhalter-Figur aus David Foster Wallaces „The Pale King“ benannten, diese Erwartung jedoch nur teilweise erfüllen. In revuehaften Szenen manövrieren sie sich rollentauschend durch ein Labyrinth der Vereinzelung . Sehr komisch wirkt Leo van Kann als Basketballspieler Dirk Nowitzki. Wie er auf Stelzen über die Bühne stakst und die Partyeinladungen seines Kollegen nur mit dem Wort „practise“ quittiert, ist mal eine andere Sicht auf die Einsamkeit des Karrieristen. Quasi aus der Perspektive vom oberen Rand des Basketballkorbes.

 

Was das Ganze dann aber mit dem Schauspieler zu tun hat, der auf der Probe merkt, dass es im Stück über einen gescheiterten Schauspieler, um ihn selbst geht, wird nicht ganz klar. Eher zum Gähnen animiert auch die Idee, das Publikum ein paar Minuten allein zu lassen, damit es sich seiner Endlichkeit bewusst wird. Dafür hätte es schon genügt, die Zuschauer durch den langen, verrauchten Linoleum-Boden-Gang des Theaterdiscounters bis zum WC zu schicken.

 

Im kleinen Café im Eingangsbereich liegt für die Wartenden Lektüre bereit, unter anderem Adorno. Ähnlich gewollt wirkt auch diese theatrale Einführung, nach der man sich nicht wirklich eingeführt fühlt.


Nina May

 

theaterdiscounter.de

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